Angenehme Wärme für jeden Raum

Heizungsanlagen wurden lange Zeit fast ausschließlich mit Öl oder Gas betrieben. Doch zunehmend treten die Vorzüge von Holz als Brennstoff für Heizungssysteme in den Vordergrund. Denn während die Vorräte der fossilen Energieträger Erdöl und Erdgas begrenzt sind, ist Holz ein permanent nachwachsender Rohstoff. Insbesondere in Deutschland wird im Rahmen einer nachhaltigen Holzwirtschaft den Wäldern nicht mehr Holz entnommen, als gleichzeitig nachwächst. Holz kann relativ einfach und energiearm gewonnen werden, und dank des hohen Waldaufkommens in Europa gilt eine langfristige Versorgungs­möglichkeit als gesichert.
Holz wird in ganz unterschiedlichen Formen zum Heizen genutzt, am häufigsten ist die Verwendung von Scheitholz, Holzpellets und Holzhackschnitzeln. Holz kann zur Beheizung von einzelnen Räumen ebenso wie als Zentralheizung für das ganze Gebäude genutzt werden. Abhängig vom Leistungsbereich, den Lagermöglichkeiten und nicht zuletzt vom manuellen Aufwand entscheiden hier die individuellen Vorlieben der Eigentümer und Bewohner.

Holz-Einzelraumfeuerstätten für den Wohnraum

Für die Beheizung von einzelnen Wohnräumen stehen zwei wirkungsvolle Typen zur Verfügung: Luftgeführte Wohnraumgeräte und Wohnraumgeräte mit Wassertasche. Bei beiden Typen kommen schwerpunktmäßig Scheitholz, Holzpellets und Holzbrickets zum Einsatz.

Luftgeführte Wohnraumgeräte

In diese Kategorie fallen insbesondere Kamin- und Pelletöfen. Beide Ofenarten enthalten einen Feuerraum für eine schadstoffarme Verbrennung, an dem Luftkanäle vorbeiführen. Raumluft wird durch die Kanäle geführt, erwärmt sich dabei und wird anschließend in den Wohnraum geleitet. Zusätzlich zu dieser Art der Wärmeübertragung gibt der Ofen selbst die von vielen Personen als besonders angenehm empfundene Wärmestrahlung ab. Diese Einzelöfen mit direkter Wärmeabstrahlung verfügen über einen Leistungsbereich von bis zu 10 kW und werden vorwiegend zum Beheizen einzelner Räume als Zusatz- oder Übergangsheizung oder zur Abdeckung von Spitzenlasten eingesetzt.

Wohnraumgeräte mit Wassertasche

In Wohnraumgeräten mit so genannten Wassertaschen zirkuliert Heizwasser im Inneren der Feuerstätte. Über einen integrierten Wärmetauscher sind diese Geräte in das zentrale Heizungs- und Warmwassersystem des Hauses eingebunden. Im Ofen wird neben der direkten Wärmeabgabe an den Aufstellraum somit auch Wärme zur Heizungsunterstützung und/oder Warmwasser­bereitung erzeugt. Hierbei wird oftmals auch eine solarthermische Anlage eingebunden. In Niedrigenergiehäusern ist es außerdem möglich, dass ein einziger Pellet- oder Kaminofen mit Wasser­tasche für die Beheizung ausreicht. Werden Wohnraumgeräte mit Wassertasche zur Warmwassergewinnung genutzt, müssen sie auch im Sommer in Betrieb sein – also auch dann, wenn keine Heizungswärme für die Raumluft benötigt wird. Deshalb eignet sich dieses Heizsystem optimal für eine Kombination mit einer solarthermischen Anlage: Auf diese Weise kann jedes der beiden Heizsysteme seine individuellen Stärken zur geeigneten Jahreszeit ausspielen.

Holz und Holzpellets sind CO2-neutrale Brennstoffe
Pelletofen mit Pelletvorratsbehälter

Beispiel: Pelletöfen für den Wohnraum

Pelletöfen für den Wohnraum vereinen zahlreiche Vorteile in sich: Eine elektronische Überwachung steuert die automatische Zuführung der Pellets aus dem Vorratsbehälter direkt in den Ofen – und zwar abhängig von der gewünschten Raumtemperatur und genauer als eine manuelle Befeuerung. Die Heizgeräte der neuesten Generation weisen hohe Wirkungsgrade von mehr als 90 % auf, strahlen eine behagliche Wärme ab und weisen niedrige Emissionswerte auf. Die Bewohner können aus einer großen Auswahl an Modellen von schlicht bis zum Designobjekt auswählen, um ihren Wohnraum optisch aufzuwerten. Auch eine raumluftunabhängige Betriebsweise ist möglich.

Einbindung eines Kaminofens mit Wassertasche in das Heizungssystem

Holz-Zentralheizungen

Holz-Zentralheizungskessel können ein Haus ganzjährig zu 100 % mit Heizwärme versorgen. Sie können als erneuerbare Energie in Ein- und Mehrfamilienhäusern oder als Lösung in Verbindung mit Nahwärmesystemen eingesetzt werden. Holz-Zentral­heizungen sind gut kombinierbar mit solarthermischen Anlagen.
Mit Pellet- und Scheitholzkesseln sowie Holzhackschnitzelfeuer­ungen stehen drei Systeme für Holz-Zentralheizungen zur Ver­fügung. Die verschiedenen Holzheizungssysteme zeichnen sich durch einen bequemen Betrieb aus und erfordern ein Minimum an Bedienungsaufwand. Die meisten von ihnen verfügen über einen Puffer­speicher, so dass die Wärme stufenweise abgerufen werden kann. Zu beachten ist, dass für jede dieser Heizungs­arten ein Holzlagerplatz erforderlich ist.

Pelletkessel

Zentralheizungen mit Holzpellets weisen einen hohen Komfort auf: In Betrieb und Wartung sind sie mit Öl- und Gasheizungen vergleichbar. Hybrid- und Kombianlagen können auch mit anderem Brennholz wie Holzhackschnitzeln oder Scheitholz beschickt werden. Die Pellets werden in einem Tank oder Schüttraum gelagert und mittels eines Fördersystems – Riesel-, Sauggebläse- oder Schneckensystem – dem Brenner zugeführt. Pelletkessel weisen hohe Wirkungsgrade von über 90 % bei niedrigen Emissions­werten auf. Sie arbeiten vollautomatisch und sind in einem Leistungs­bereich von 30 bis 100 % modulierbar. Ein von der Raumluft unabhängiger Betrieb ist oftmals möglich.

Holzvergaserkessel

Für Scheitholz kommen Holzvergaserkessel zum Einsatz. Die Flammenführung und Heizgasumlenkung garantieren hohe Wirkungsgrade bei niedrigen Emissionswerten. Hier sorgt ein Gebläse für die richtige Luftzufuhr bei der Verbrennung. Über die Primärluftführung wird eine ausgezeichnete Holzvergasung gesichert. Die Sekundärlufteinspeisung sorgt dann für den vollständigen Ausbrand. Der Kessel wird gefüllt und brennt dann mehrere Stunden aus. Die Kombination mit einem Pufferspeicher ist erforderlich.

Hackschnitzelkessel

Hackschnitzkessel funktionieren nach dem gleichen Prinzip wie Pelletkessel: Die Holzhackschnitzel werden aus einem Lagerraum mit Förderschnecke oder Spiralförderer automatisiert in den Kessel transportiert und dort unter elektronischer Regelung verbrannt. Dadurch wird ein hoher Wirkungsgrad erzielt und eine komfortable Bedienung gewährt. Bei Hackschnitzelkesseln ist eine Leistungsanpassung bis auf 30 % Nennwärmeleistung möglich. Ebenso wie bei anderen Holz-Zentralheizungen können auch bei diesem System Pufferspeicher integriert werden.
Die Leistungsspanne von Hackschnitzel-Zentralheizungen reicht von 30 Kilowatt bis zu mehreren Megawatt, so dass Mehrfamilien­häuser oder auch ganze Gewerbebetriebe beheizt werden können. Die Wirtschaftlichkeit einer Anlage steigt mit ihrer Größe.
Deshalb sind Hackschnitzelheizungen am häufigsten bei größeren Wohn- oder Betriebskomplexen zu finden. Aufgrund der Verwendung von Rest- und Gebrauchtholz aus der Holz­wirtschaft bietet sich die Errichtung einer Hackschnitzelheizung insbesondere an Standorten in der Nähe von holzverarbeitenden Betrieben an. Schließlich tragen kurze Transportwege des Brennstoffs zum ökonomischen und ökologischen Nutzen einer Anlage bei.

Schnitt durch einen Holzvergaserkessel
Schnitt durch einen Hackschnitzelkessel mit
Zentralheizung mit Holzpellets
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