Nutzung des Brennwerteffektes
Heizwert und Brennwert sind physikalische Größen, die der Charakterisierung von Brennstoffen dienen. Der Heizwert gibt darüber Auskunft, wie viel Energie in einem Brennstoff steckt.
Er bezeichnet die Wärmemenge, die bei der Verbrennung und anschließenden Abkühlung auf die Ausgangstemperatur des brennenden Gemisches frei wird, wobei das Verbrennungswasser noch dampfförmig vorliegt. Der Brennwert berücksichtigt sowohl die notwendige Energie zum Aufheizen der Verbrennungsluft und der Abgase als auch die Verdampfungs- bzw. Kondensationswärme von Wasser. Er kennzeichnet folglich den gesamten Energiegehalt eines Stoffes und ist um den Betrag der Verdampfungswärme höher als der Heizwert. Heizöl ist ein fossiler Brennstoff, der Wasserstoff (H) und Kohlenstoff (C) enthält. Bei der Verbrennung von Heizöl entstehen durch die Reaktion mit Luftsauerstoff (O2) Wasserdampf (H2O) und Kohlendioxid (CO2). Werden die Abgase des Verbrennungsprozesses durch Wärmetauscher mit dem kälteren Wasser im Heizungsrücklauf gekühlt, kondensiert der in ihnen enthaltene Wasserdampf und die gebundene Kondensationswärme wird frei. Wann die Kondensation des Wasserdampfs im Abgas – und damit der Brennwerteffekt – beginnt, hängt vom Wasserstoffgehalt des Brennstoffs bzw. vom Wasserdampfgehalt des Abgases ab. Bei Heizöl EL (extra leichtflüssig) liegt die sogenannte Taupunkttemperatur bei rund 47 °C. In der Praxis fallen je nach Heizungsanlage bei der Verbrennung von 1 l Heizöl (ca. 10,68 kWhHs) etwa 0,5 bis 1 l Kondensat an. Aufgrund der relativ niedrigen Abgastemperatur von 45 bis 50 °C genügt bei der Ableitung der Abgase von Öl-Brennwertkesseln der Einsatz eines Kunststoffrohrs.
Hoher Wirkungsgrad
Die moderne Öl-Brennwertheizung ist eine effiziente Technik zur Wärmeerzeugung im Haus. Mit ihrer Hilfe lässt sich der Energiegehalt des eingesetzten Brennstoffs auf optimale Weise nutzen. Bezogen auf den Brennwert erzielt die Öl-Brennwerttechnik einen Nutzungsgrad von bis zu 98 %. Die Auslegung auf möglichst niedrige Rücklauftemperaturen wirkt sich generell vorteilhaft auf den Nutzungsgrad aus. Auch bei Modernisierungen ist die Öl-Brennwertnutzung sinnvoll, da die Hauptheizlast selbst bei einer Auslegung von 70/55 °C zum größten Teil im Bereich der Brennwertnutzung liegt. Ein konventioneller Heizkessel dagegen nutzt die Abwärme nicht, sondern führt die im Abgas enthaltene Energie direkt über den Schornstein an die Umwelt ab. Die Öl-Brennwerttechnik erreicht so höchste Nutzungsgrade bei geringstem Brennstoffverbrauch und minimalen Emissionen.
Sauber für die Umwelt
Heizöl EL (extra leichtflüssig) ist ein nach DIN 51603-1 genormter Brennstoff, der nach dieser Norm in zwei Qualitäten hergestellt wird. Die Qualitäten unterscheiden sich im Wesentlichen durch ihren Schwefelgehalt. Heizöl EL Standard hat einen Grenzwert für den Schwefelgehalt von 1.000 ppm (mg/kg), bei Heizöl EL schwefelarm liegt dieser Grenzwert bei 50 ppm.
Bei der Verbrennung von Heizöl EL bildet sich Schwefeldioxid (SO2), das bei Kontakt mit dem Kondenswasser eine Säure bilden und damit Korrosionsschäden verursachen kann. Deshalb werden an Öl-Brennwertgeräte, die mit Standard-Heizöl EL betrieben werden, hohe Anforderungen an die Korrosionsbeständigkeit gestellt. Darüber hinaus muss das Kondenswasser grundsätzlich neutralisiert werden. Schwefelarmes Heizöl weist gegenüber normalem Heizöl wesentliche Vorteile auf. Mit schwefelarmem Heizöl lassen sich die Schadstoffe im Abgas auf ein Minimum reduzieren, außerdem kann die Neutralisation des Kondensats bis zu einer Nennleistung des Wärmeerzeugers von 200 kW entfallen. Aus diesem Grund wird Heizöl EL schwefelarm von führenden Heizgeräteherstellern empfohlen und verdrängt nach und nach das Standardheizöl. Das schwefelarme Heizöl ist optimal auf die Anforderungen der Brennwerttechnik abgestimmt und auch für Niedertemperaturkessel von Vorteil. Schwefelarmes Heizöl verbrennt sehr sauber und sichert einen gleichbleibend guten Wärmeübergang im Kessel. Daraus resultieren ein dauerhaft hoher Wirkungsgrad und eine hohe Betriebssicherheit des Kessels. Seit 2009 ist schwefelarmes Heizöl gegenüber Heizöl EL Standard in Deutschland steuerlich begünstigt. Der Gesetzgeber fördert damit den Einsatz von schwefelarmem Heizöl und schafft eine wichtige Voraussetzung für einen breiten Einsatz der Öl-Brennwerttechnik. Zudem lässt sich Öl-Brennwerttechnik hervorragend mit Solarthermie kombinieren. Die Solarkollektoren unterstützen die Warmwasserbereitung und je nach Anlagenausführung auch die Beheizung des Gebäudes.






